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Künstlersozialabgabe

Bin ich ein Künstler?

Bei Künst­lern denke ich an Van Gogh, Cézanne oder Picasso. Mit diesen Drei verbin­det mich eine gewisse Vorliebe für Absinth.

Mit Paul Cézanne verbin­det mich zusätz­lich, dass auch ich meinem Vater lang auf der Tasche lag, wenn auch nicht ganz so lange wie er.

Trotz solcher Gemein­sam­kei­ten würde ich nicht von mir behaup­ten, ich wäre ein Künst­ler.

Und doch: Auf gewisse Art bin ich ein Künst­ler.

Ich gestalte Inter­net­auf­tritte und arbeite dabei nicht mit vorge­fer­tig­ten Layouts, die ich dann mit Farben, Schrift­ar­ten und Logos indi­vi­dua­li­siere, sondern entwerfe das Design tatsäch­lich selber.

Warum diese Frage?

Ob ich ein Künst­ler bin beschäf­tigt mich nicht für mein Ego oder meine Iden­ti­tät – höchs­tens im “Unbe­wuss­ten”, aber um das beur­tei­len zu können, habe ich zu wenig Kant oder Freud gele­sen.

Sie ist deshalb von Bedeu­tung, weil durch die künst­le­ri­sche Tätig­keit beim Gestal­ten von Websei­ten die Künst­ler­so­zi­al­kasse (KSK) eben­falls die Bühne betritt.

Die KSK ist zustän­dig für die gesetz­li­che Sozi­al­ver­si­che­rung von Künst­lern und Publi­zis­ten.

Künstlersozialabgabe

Was ist die Künstlersozialversicherung?

Bei Ange­stell­ten über­nimmt der Arbeit­ge­ber etwa die Hälfte der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge, die andere Hälfte der Arbeit­neh­mer.

Bei Selbst­stän­di­gen ist es norma­ler­weise so, dass diese die vollen Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge zu zahlen haben. Das ist insbe­son­dere für “kleine” und “frische” Selbst­stän­dige happig, so dass nicht wenige sich gar nicht versi­chern.

Für Künst­ler und Publi­zis­ten gibt es seit den Achzi­ger­jah­ren eine wie für Ange­stellte gemein­schaft­li­che Lösung, die verein­facht wie folgt aussieht:

  • Die Versi­cher­ten bezah­len die Hälfte der Beiträge (wie die Arbeit­neh­mer).
  • Verwer­ter” (Kunden der Künst­ler) zahlen für deren Werke eine Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe, die jähr­lich ange­passt wird (2019 und 2020 4,2% der Kosten der Werke) und 30% der Beiträge ausmacht.
  • Der Bund über­nimmt die rest­li­chen 20% sowie die Verwal­tungs­kos­ten.

Was bedeutet das für meine Kunden?

Wenn ich eine Webseite gestalte, dann ist das gemäß recht­li­cher Defi­ni­tion eine künst­le­ri­sche Tätig­keit und für diese Leis­tun­gen wird für die “Verwer­ter” (sprich meine Auftrag­ge­ber) eine Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe in Höhe des Beitrags des entspre­chen­den Jahres fällig.

Die Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe wird aber nicht direkt abge­rech­net wie bespiels­weise die Mehr­wert­steuer, sondern muss selber ange­mel­det und abge­führt werden.

Zu den Details infor­mie­ren Sie sich bitte auf den Seiten der Künst­ler­so­zi­al­kasse. Zum konkre­ten Sach­ver­halt und Vorge­hen in Ihrem Fall bespre­chen Sie sich mit Ihrem steu­er­li­chen Bera­ter.